Addis Abeba „Neue Blume“

 

  • Hauptstadt Äthiopiens
  • Vor kaum mehr als 100 Jahren gegründet
  • über 2,6 Millionen Einwohner (genaue Angaben unmöglich, Schätzungen gehen je nach Abgrenzung bis zu 5 Millionen)
  • dritthöchst gelegene Hauptstadt der Welt (ca. 1800 Meter bis 2450 Meter über dem Meeresspiegel
  • frühlingshaftes, subtropisches Klima (malariafrei)
  • Wirtschaftszentrum mit Sitz der UN-Zentrale für Afrika, der Organisation for African Unity (OAU) und vielen weiteren internationalen Organisationen
  • Sprache: Amharisch (mit Englisch kommt man auch ganz gut weiter)

 

 

In Addis treffen Moderne und Mittelalter zusammen. Das Stadtbild ist geprägt von einigen neuen und modernen Bauten, Armut, Blechhütten, Schuhputzern, alten, schwarz qualmenden Autos und hunderten noch viel älteren Taxis und Minibussen. Mittendrin endlos viele Menschen, Esel, Rinder, Hühner und Schafe. Jede Ecke sieht anfangs gleich chaotisch aus. Straßenschilder gibt es aber seit ca. einem Jahr und nach und nach werden mehr aufgestellt. Doch jemanden nach einer Straße zu fragen ist aussichtslos. Einen Stadtplan kann hier keiner lesen. Die Leute orientieren sich an Gebäuden. Ob es Verkehrsregeln gibt, weiß ich nicht. Es gibt Ampeln und auch Verkehrspolizisten. Diese richten aber zum Teil ein größeres Chaos an, als ohnehin schon da ist. Leute und Tiere laufen auf der Straße. Es gibt kaum Fußwege und abseits der Straße ist es während der Regenzeit schlammig. Es scheint jeder zu machen was er gerade will und man muss jederzeit mit allem rechnen. Aber irgendwie funktioniert es. In der Stadt, trifft man viel Elend und Bettler. Oft geben wir dann Meal Tickets von Hope Enterprises. Vor den Essenausgabestellen warten bis zu 400 Menschen auf eine Malzeit. Kleine, schmutzige Kinder mit Rotznase und zerfetzten Sachen, kaum älter als Yannick und Luisa kommen ans Auto und versuchen Taschentücher zu verkaufen. Häufig sehen wir durch Krankheiten (z.B. Kinderlähmung) verkrüppelte und/oder blinde Menschen. Am Straßenrand schlafen Leute. Manche wachen nicht mehr auf. Stillende Mütter mit Babys und Kleinkindern sitzen im Dreck.

 

zurück Druckansicht eMail Deutsche Botschaftsschule Addis Abeba Artikel erstellt: 2006/10/11 - 21:04 - © skdd